Ausrichtung

Therapeutische Arbeitsweise

Jeder Mensch ist einzigartig und besonders – auch in Bezug auf seine Fähigkeiten und Probleme.

Deswegen ist es mir wichtig, über ein möglichst großes Repertoire an therapeutischem Wissen und erprobten Methoden zu verfügen. Ein Schwerpunkt meiner therapeutischen Tätigkeit ist die kognitive Verhaltenstherapie, die ich mit Elementen aus der zielorientierten Gesprächspsychotherapie und anderen, wissenschaftlich fundierten Therapien ergänze.

Kognitive Verhaltenstherapie

In der kognitiven Verhaltenstherapie geht man davon aus, dass sich Verhaltensweisen aufgrund von Erfahrungen entwickeln. Dies gilt sowohl für „gute“, zielführende Verhaltensweisen wie auch für „schlechtes“ problematisches Verhalten. Folgendes Prinzip liegt dem zugrunde: Wir Menschen neigen dazu, das zu wiederholen, was uns unmittelbar nach der Verhaltensweise gut getan hat, oder uns geholfen hat, etwas Unangenehmes zu vermeiden – selbst wenn die Konsequenzen unseres Verhaltens auf längere Sicht gesehen negativ sind.

Zwei vereinfachte Beispiele dafür:

Wenn Mensch A einen Autounfall hatte und daraufhin Angst hat, sich wieder in ein Auto zu setzen, wird er bereits beim Gedanken an das Autofahren Angst verspüren. Reagiert nun dieser Mensch auf seine Angst mit der Weigerung, sich in ein Auto zu setzen, nimmt er sofort einen Rückgang der Angst wahr (unmittelbare positive Konsequenz) – allerdings hat er Schwierigkeiten oder Unannehmlichkeiten, an den gewünschten Ort zu kommen (längerfristige negative Konsequenz). Je länger dieser Mensch nun das Autofahren vermeidet und je öfter er die kurzfristige, angenehme Erfahrung macht, dass die Angst zurückgeht, desto mehr verfestigt sich die „Autofahrangst“ und desto schwieriger wird es, sie zu überwinden (langfristige negative Konsequenz).

Mensch B, der heute Schwierigkeiten hat, seine Wünsche gegenüber anderen Menschen zu formulieren oder durchzusetzen, hat wahrscheinlich in seiner Kindheit und Jugend gelernt, dass er, wenn er die Erwartungen wichtiger Bezugspersonen erfüllt hat, mit  Zuwendung und Bestätigung belohnt wurde und/oder Missachtung und Strafe erlebte, wenn er seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen versuchte. Daraufhin entwickelt Mensch B die Einstellung: „Es ist besser für mich, wenn ich das tue, was die anderen wollen“ und verhält sich dann entsprechend.

Erst wenn A und B es schaffen, ihre Verhaltensmuster zu verändern, sprich, dass A. sich wieder traut, sich in ein Auto zu setzen und B auch mal „Nein“ sagt und tut, was er – und nicht die anderen – möchte, können beide erleben, dass sich ihre schlimmsten Befürchtungen nicht bewahrheiten. Sie erleben stattdessen, dass sie ihre Ängste bewältigen (unmittelbare positive Konsequenz) und sich mehr Freiräume schaffen können (längerfristige positive Konsequenz). So kann an die Stelle des alten, problematischen Verhaltensmuster ein neues treten, das mehr Lebenszufriedenheit bringt.

In der kognitiven Verhaltenstherapie werden nun zunächst die problematischen Verhaltensweisen, Gedanken und Gefühle (wie z.B. Angst), die der Patient verändern möchte, geklärt. Im nächsten Schritt geht es um Fragen wie: Was macht es so schwer, diese Veränderung durchzuführen? Welche Hindernisse gibt es hierbei?  Was könnte hilfreich sein, das Ziel zu erreichen?  Wie sieht der erste Schritt auf dem Weg ohne das Problem – hin zu mehr Lebensfreude, Zufriedenheit aus? In der Therapie geht es dann darum, diesen und weitere neue Schritte auszurprobieren und damit neue und andere Erfahrungen zu machen.

Fazit: Ziel der Therapie ist, sich durch ein verändertes Verhalten in einer zuvor als problematisch empfundenen Situation anders zu erleben, Einschränkungen aufheben oder mindern zu können und so zu mehr Lebensfreude und innerer Ausgeglichenheit zu finden.

Links zum Weiterlesen:
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Zielorientierte Gesprächspsychotherapie (ZGT)

Die zielorientierte Gesprächspsychotherapie ist eine Weiterentwicklung der klassischen Gesprächspsychotherapie nach Rogers. In der ZGT werden Verhaltensweisen, Gedanken und Gefühle, die zu der Entstehung und dem Aufrechterhalten einer psychischen Erkrankung beitragen, bzw. beigetragen haben, zunächst geklärt und dann verändert. Problemrelevante Verhaltensweisen, Gedanken oder Gefühle laufen häufig schnell und automatisiert ab – dann werden sie Schemata genannt und sind dem Bewusstsein nicht gleich präsent.

In der ZGT werden nun bestimmte Vorgehensweisen eingesetzt, um einen Zugang zu diesen Schemata zu erhalten. Wenn ein Zugang zu einem Schema hergestellt wurde und das Schema aktiviert ist, werden dem Patienten die krankmachenden Gedanken, Einstellungen und die dazugehörigen Gefühle klar. In dem Zustand des aktivierten Schemas beginnt dann die Veränderungs„arbeit“: Aufbauend auf den Stärken und Fähigkeiten des Patienten werden neue Perspektiven, Einstellungen und Gedanken erarbeitet, die es dem Patienten ermöglichen, neue positive Erfahrungen zu machen und über alte und neue Verletzungen hinauszuwachsen.

Wichtig bei der ZGT ist auch immer, die individuellen Motive des Menschen, also das, was ihm wirklich wichtig ist, herauszuarbeiten und bei der Gestaltung einer neuen, „gesunden“ Lebensperspektive in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Haltung des ZGT-Therapeuten oder –Therapeutin ist geprägt von Empathie (Einfühlung), Wertschätzung und Kongruenz (Übereinstimmung zwischen Fühlen, Denken und Handeln). Der oder die ZGT-Therapeut, bzw. -Therapeutin gestaltet und lenkt den therapeutischen Prozess direkt und zielorientiert.