So klappt es auch…

So klappt es auch mit dem Ehekrach

Sie sind das gute Einvernehmen mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin leid? Die ständige Harmonie langweilt Sie?

So schaffen Sie Abhilfe:

1. Erwarten Sie möglichst viel!
Je höher Sie die Erwartungen schrauben, desto wahrscheinlicher werden Sie enttäuscht. Dieser Frust bildet dann ein gutes Fundament für die folgenden Strategien. Besonders ausgebuffte Strategen beglücken ihre Liebste1 dann mit hohen Ansprüchen, wenn sie gerade anderweitig viel um die Ohren hat.  Aber auch Urlaube, Feiertage und Wochenenden eignen sich bestens dafür, mit Erwartungen überladen zu werden.

2. Setzen Sie telepathische Fähigkeiten voraus!
Das ist die Verfeinerung der 1. Strategie – sozusagen die hohe Kunst der Erwartungsstellung. Teilen Sie  Ihrem Partner auf keinen Fall mit, was Sie von ihm erwarten oder wünschen. Das soll er erahnen, denn wahre Liebe befähigt zum Gedankenlesen.  Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bekommen, was Sie möchten, ist somit minimiert. Sie erhalten Konfliktpotential vom Feinsten!

3. Verschweigen Sie Probleme, schlucken Sie runter, was Sie belastet!
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Erwarten Sie, dass Ihre Partnerin als Telepathin schon weiß, was Sie stört. Werten Sie es als Lieblosigkeit, wenn Ihre Partnerin nicht von allein darauf kommt. Wenn Sie nicht umhin können, doch ein Problem anzusprechen, wählen Sie den Zeitpunkt gut: Wenn Ihre Liebste es gerade eilig hat, Besuch da ist oder ihre Lieblingssendung läuft. Diese Strategie ist vor allem auf lange Sicht hin wirksam. Das Konfliktpotential wächst langsam aber stetig an, die Entladung erfolgt dann häufig eruptiv.

4. Seien Sie misstrauisch!
Nehmen Sie immer das Schlechteste an: Hinterfragen Sie alles, was Ihr Partner tut. Bringt er Ihnen beispielsweise Blumen mit, sollten Sie argwöhnisch werden. Gehen Sie davon aus, dass er entweder etwas verbrochen hat, oder etwas von Ihnen will. Im Gegensatz zur 3. Strategie, ist diese schnell wirksam.

5. Betätigen Sie sich als Detektiv!
Suchen Sie nach Indizien, dass Sie Ihrer Partnerin gleichgültig sind. Diese Taktik ist so ähnlich wie die 4. Allerdings geht es hier darum, dass Sie grundsätzlich davon ausgehen, dass Ihre Partnerin nicht mehr an Ihnen interessiert ist. Scannen Sie alles, was Ihre Liebste sagt und tut nach Hinweisen für diese Annahme. Wenn z.B.  Ihre Partnerin Zeit mit ihren Freundinnen verbringt, beweist das, dass Sie ihr nicht mehr wichtig sind.

6. Suchen Sie Mängel!
Hier ist es wichtig, dass Sie nur auf das achten, was Ihrer Meinung nach an Ihrem Partner nachteilig ist. Konzentrieren Sie sich auf seine Fehler. Positive Verhaltensweisen sollten Ihnen suspekt vorkommen (s.  4. Strategie).

7. Seien Sie beharrlich!
Führen Sie eine Liste mit allem, was Ihr Partner falsch macht. Die beste Vorbereitung hierfür erhalten Sie durch das Anwenden der vorherigen Strategie. Lernen Sie die Liste auswendig und tragen Sie sie regelmäßig – am besten mehrmals in der Woche – Ihrem Partner vor.

Diese Strategien vertreiben sicher jede gute Stimmung aus der Partnerschaft. Natürlich sei aber  auch  Ihrer Kreativität keine Grenze gesetzt! Überlegen Sie einmal selbst, womit Sie ganz bestimmt einen Krach mit Ihrem, Ihrer Lieben  provozieren können. Das ist dann noch wirksamer.

Sollten Sie allerdings am Gegenteil interessiert sein, tun Sie Gegenteiliges…. ;-)

1: die Wirkpotentiale der Strategien sind nicht geschlechtsspezifisch, deswegen wechseln sich männliche und weibliche Form in der Darstellung ab. Das jeweils andere Geschlecht ist natürlich immer mitgemeint.

veröffentlicht in „Witten transparent“, Heft Oktober 2010